Vitamin D braucht Sonne

Vitamin D ist kein wirkliches Vitamin. Schliesslich muss es nicht – wie andere Vitamine – mit der Nahrung aufgenommen werden, sondern kann vom Körper selbst hergestellt werden.

Vitamin D ist daher viel eher eine Art Hormon denn ein Vitamin. Zur Herstellung benötigen wir lediglich Sonnenlicht (UVB-Strahlung), das auf unsere Haut scheint. Mit Hilfe dieser Strahlung wird sodann aus einem Stoff (7-Dehydrocholesterol), aus dem auch Cholesterin produziert werden kann, das sog. Provitamin D3 hergestellt.

Dieses wandert jetzt mit dem Blutstrom in die Leber und wird dort zum tatsächlichen Vitamin D3 umgewandelt, das jetzt nur noch aktiviert werden muss, was in der Niere geschehen kann.

Der Vitamin-D-Bedarf ist nicht wirklich bekannt und wird nach wie vor heiss diskutiert. Offiziell werden 20 Mikrogramm pro Tag für Erwachsene empfohlen, was andere Experten wiederum als viel zu wenig betrachten.

Ein Anhaltspunkt könnte sein, dass an einem Sommertag in der Haut 250 Mikrogramm Vitamin D gebildet werden – und zwar schon nach ca. 30 Minuten, zumindest dann, wenn man im Bikini/in der Badehose unterwegs ist, der Körper also komplett bestrahlt wird.

Anschliessend erhöht sich diese Vitamin-D-Menge nicht mehr, da sich der Körper auf diese Weise vor einer Überdosis schützt.

Vitamin D – Der Stimmungsmacher

Vitamin D ist für sehr viele Funktionen im Körper zuständig. So ist Vitamin D beispielsweise ein hervorragender Immunsystem-Booster, ein grossartiger Beschützer vor Krebs sowie ein wirksamer Bestandteil einer jeden Therapie gegen Diabetes, Herzkrankheiten, Bluthochdruck, Osteoporose und der Alzheimer Krankheit.

Natürlich kann Vitamin D auch die Stimmung heben und Depressionen lindern, dem Gedächtnis auf die Sprünge helfen und die Fähigkeit, Lösungen zu finden, verbessern. Ein Vitamin-D-Mangel wird daher häufig für den sog. Winterblues verantwortlich gemacht, da sich dieser meist in Trübsinn und geistiger Schwerfälligkeit äussert.

Im Winter scheint bekanntlich nur selten die Sonne – und wenn doch, so gelangen nur minimale Mengen der für die Vitamin-D-Bildung benötigten UV-Strahlen auf die Erde.

Die häufige Empfehlung, einfach zwei Mal wöchentlich 20 Minuten lang in die Sonne zu gehen, ist folglich nicht immer hilfreich – schon gar nicht im Winter.

Warum aber leidet ein Grossteil aller Erwachsenen in der nördlichen Hemisphäre an einem Vitamin-D-Mangel – und zwar nicht unbedingt nur im Winter?

Störfaktoren der Vitamin-D-Bildung

Wir stellen Ihnen fünf Faktoren vor, die Ihren Körper daran hindern können, ausreichend Vitamin D zu bilden. Wenn Sie diese fünf Faktoren ausschalten oder überlisten, dann steht einer rundum optimalen Vitamin-D-Bildung nichts mehr im Wege.

1. Sonnenschutzmittel verhindern Vitamin-D-Bildung

Immer wieder sorgen sog. Hautkrebs-Präventions-Kampagnen dafür, dass sich im Sommer kaum noch jemand ohne einen Lichtschutzfaktor in schwindelerregender Höhe ins Freie traut.

Selbst Menschen, die in Südeuropa leben, können einen Vitamin-D-Mangel entwickeln, wenn sie permanent Cremes auftragen, die einen Lichtschutzfaktor enthalten. Das muss nicht unbedingt eine konkrete Sonnenschutzcreme sein. Oft sind auch schon gewöhnliche Tagescremes mit einem hohen Lichtschutzfaktor ausgestattet.

Lichtschutzfaktoren verhindern jedoch, dass gerade jene für die Vitamin-D-Bildung notwendige UVB-Strahlung die Haut erreichen kann. Fehlt diese Strahlung, dann kann auch kein Vitamin D hergestellt werden und der Organismus ist auf das Vitamin D in der Nahrung angewiesen. Das jedoch ist das nächste Problem.

In herkömmlichen Lebensmitteln ist nämlich so wenig Vitamin D enthalten, dass es damit so gut wie unmöglich ist, den erforderlichen Bedarf auch nur annähernd zu decken. Die übliche Ernährung liefert nämlich nur etwa 2 bis 4 Mikrogramm Vitamin D pro Tag.

Mit hohem Lichtschutzfaktor geben wir unserem Körper also das Gefühl, dass er permanent mitten im düsteren Winter lebt.

2. Ihr Breitengrad kann die Vitamin-D-Bildung sabotieren

Sollten Sie nördlich des Breitengrades von Barcelona leben (ca. 42. Breitengrad), dann können Sie nur in den Sommermonaten ausreichend Vitamin D produzieren.

Im Rest des Jahres gelangen die benötigten UVB-Strahlen aufgrund des zu flachen Einfallwinkels der Sonne nicht in der passenden Menge bis auf die Erde. In den Monaten November bis Februar treffen sie überhaupt nicht auf der Erdoberfläche ein.

Und wenn Sie nördlicher des 52. Breitengrades wohnen, dann dehnt sich der letztgenannte Zeitraum noch weiter aus, nämlich von Oktober bis März. Dabei handelt es sich um Orte, die nördlich von z. B. Berlin, Braunschweig, Osnabrück, Hannover etc. liegen.

Wie können Sie auf einfache Weise herausfinden, ob der Einfallswinkel der Sonne nun für Ihre Vitamin-D-Bildung ausreicht oder nicht?

Ganz einfach: Wenn die Sonne scheint, dann gehen Sie jetzt hinaus. Stellen Sie sich in die Sonne und betrachten Sie Ihren Schatten. Ist Ihr Schatten so lang wie Sie gross sind oder ist er gar länger, dann ist keine Vitamin-D-Bildung möglich. Ist Ihr Schatten hingegen kürzer, dann kann die Vitamin-D-Bildung angekurbelt werden.

Da jedoch im Fettgewebe inaktives Vitamin D gespeichert werden und bei Bedarf aktiviert werden kann, ist es wichtig, im Sommer alle Vitamin-D-Speicher aufzufüllen, um dann problemlos über die sonnenarmen Wintermonate zu gelangen.

Zwischendurch wäre es natürlich ideal, einen Urlaub im Süden oder in den Bergen zu verbringen, um dort immer mal wieder Vitamin D aufzutanken und um das Risiko zu minimieren, dass die Vorräte noch vor Sommerbeginn aufgebraucht sind.

3. Ihre Hautfarbe kann die Vitamin-D-Bildung mindern

Je heller Ihre Hautfarbe ist, umso schneller können Sie Vitamin D bilden. Je dunkler Ihr Hauttyp ist, umso länger dauert es, bis Sie dieselbe Menge an Vitamin D bilden können als ein hellhäutiger Mensch.

Ihr Hauttyp nun hängt davon ab, in welchen Regionen Ihre Vorfahren lebten und wie viel Sonnenstrahlung diese im Laufe der Generationen ausgesetzt waren.

Im Norden haben die Menschen daher hellere Haut, um mit der selten vorhandenen Sonne möglichst schnell ausreichend Vitamin D bilden zu können. Im Süden hingegen scheint so oft und so viel die Sonne, dass sich die Haut eher vor zu viel Strahlung schützen muss, während die Vitamin-D-Bildung nie ein Problem war.

Problematisch wird es nun, wenn ein dunkelhäutiger Mensch im Norden lebt. Dann nämlich mindert die dunkle Hautfarbe die Vitamin-D-Bildung und ein noch längerer Aufenthalt in der Sonne ist nötig, um genügend Vitamin D herstellen zu können.

4. UV Index – Je niedriger, umso weniger Vitamin D